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03.01.2015 EU / USA / Venezuela / Politik

Maduro kritisiert US-Sanktionen als Unverschämtheit

Die argentinische Journalistin Stella Calloni interviewte Präsident Maduro für La Jornada

Die argentinische Journalistin Stella Calloni interviewte Präsident Maduro für La Jornada

Quelle: jornada.unam.mx

Parana, Argentinien. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat die US-Saktionen gegen sein Land als eine Unverschämtheit bezeichnet. In einem Interview mit der mexikanischen Tageszeitung La Jornada sagte er, es sei dreist, wenn das Parlament eines Landes einem anderen Land und einem souveränen Volk wie den Venezolanern drohe, es sanktioniere und gutes Benehmen fordere. US-Präsident Barack Obama liege falsch. Er verstehe nicht, was in der Region passiere. Ebenfalls stellte Maduro die Resolution des Europäischen Paraments infrage, mit der sich die Politiker in die internen Verhältnisse Venezuelas einmischten. 

Kurz vor Weihnachten hatte der US-Präsident ein "Gesetz für die Verteidigung der Menschenrechte und der Zivilgesellschaft in Venezuela" unterzeichnet. Es sieht unter anderem Reisebeschränkungen für venezolanische Regierungsfunktionäre und das Einfrieren von Geldern vor und nennt als Begründung "Menschenrechtsverletzungen" durch die betreffenden Funktionäre während der gewaltsamen Proteste der Opposition im vergangenen Februar. Ebenfalls im Dezember verurteilte eine große Mehrheit des Europaparlaments "politische Verfolgung" in Venezuela. Die Regierung wird in der Resolution aufgefordert, "unverzüglich ihr nahestehende bewaffnete Gruppen zu entwaffnen und aufzulösen".

In dem Interview mit der Journalistin Stella Calloni, das im Rahmen des jüngsten Mercosur-Gipfels in Parana geführt wurde, sagte Maduro: "Europa wird regiert von dem großen Finanzkapital der USA und Deutschlands. Die europäischen Völker leiden unter den Konsequenzen dieser Periode. Die NATO schreitet voran mit ihrer Vision von militärischer Hegemonie, mit wehenden Fahnen eines Kalten Kriegs gegen Russland, die Ukraine, Süd-Ossetien und dem Ölkrieg."

Auf dem Gipfeltreffen selbst stellte der venezolanische Präsident die Bedeutung des Mercosur sowie der weiteren Organisationen für die Souveränität und Integration Südamerikas heraus. In seiner Rede forderte er die Mitgliedsstaaten zudem dazu auf, sich in der Frage des derzeit niedrigen Ölpreises zu positionieren und dankte den anwesenden Präsidenten für ihre Solidarität mit seinem Land.

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