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24.04.2017 Venezuela / Politik / Wirtschaft

Parlament von Venezuela warnt Deutsche Bank vor Gold-Swap

Die Rückholung des Goldes fand 2012 unter strenger Bewachung statt

Die Rückholung des Goldes fand 2012 unter strenger Bewachung statt

Caracas. Der Präsident des venezolanischen Parlaments, Julio Borges, äußerte sich über die Möglichkeit besorgt, dass die Deutsche Bank mit der Zentralbank des südamerikanischen Landes Goldgeschäfte eingeht. Dies würde "eine Diktatur finanzieren und eine korrupte Elite", so der Oppositionspolitiker.

Bei Swap-Geschäften schließen zwei Parteien einen Kaufvertrag ab, der gleichzeitig eine Rückkaufvereinbarung enthält. Venezuela kann in dieser Form seine Goldreserven einsetzen, um dringend benötigte Devisen zu erhalten.

Borges will von einer aktuellen Absicht der Deutschen Bank für ein entsprechendes Swap-Geschäft erfahren haben. In einem offiziellen Schreiben der venezolanischen Nationalversammlung an Deutsche-Bank-Chef John Cryan warnte er die Großbank nicht nur, "ihren Ruf nicht mit einer Transaktion zu gefährden", vielmehr könnte das Geschäft illegal sein. Dafür führte Borges ins Feld, dass gegenwärtig das Parlament in solchen Entscheidungen nicht vertreten sei sowie dass die Bank mit dem Geschäft eine Regierung mit "Verbindungen zum Drogenhandel und internationalen Terrorismus" unterstützen würde.

Aus diesem Anlass informierte Venezuelas Parlamentspräsident, dass die Fraktion des Oppositionsbündnisses Tisch der Demokratischen Einheit, das im Parlament die Mehrheit stellt, "vom ersten Tag unserer parlamentarischen Arbeit" in großem Umfang "Briefe an Botschaften, Regierungen und Finanzinstitutionen" verschickt habe, um internationale Finanz- und Wirtschaftsvereinbarungen der sozialistischen Regierung zu verhindern.

Im Jahr 2011 hatte die venezolanische Regierung, noch unter der Präsidentschaft von Hugo Chávez, die Rückholung der meisten Goldreserven von ausländischen Banken nach Venezuela beschlossen. Zuvor war die Goldförderung verstaatlicht worden. Bei der Rückführung, die die Regierung als Souveränitätsgewinn verstand, sollen 160 Tonnen Gold nach Venezuela gebracht worden sein. Dies entsprach seinerzeit 59 Prozent der gesamten Goldreserven des Landes.

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