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04.03.2018 Ecuador / USA / Venezuela / Politik / Wirtschaft

Ecuador enthält sich bei Abstimmung über Venezuela – Annäherung an USA

US-Vizeaußenminister Tom Shannon und der Präsident von Ecuador, Lenín Moreno

US-Vizeaußenminister Tom Shannon und der Präsident von Ecuador, Lenín Moreno

Quito. Ecuadors Präsident Lenín Moreno hat vor wenigen Tagen mit US-Vizeaußenminister Tom Shannon den ranghöchsten US-Vertreter innerhalb der letzten zehn Jahre empfangen. Shannon lobte bei seinem Besuch in Quito die Enthaltung Ecuadors bei einer Abstimmung über das gemeinsame Vorgehen der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gegen Venezuela. Dabei enthielten sich neben Ecuador auch Nicaragua und El Salvador bei der Frage nach einer Resolution zu der mittlerweile auf Mai verschobenen Präsidentschaftswahl. Moreno und Shannon hoben nach dem Treffen außerdem die verbesserten diplomatischen Beziehungen beider Länder hervor und verständigten sich auf eine Vertiefung der bilateralen Beziehungen, insbesondere in den Bereichen Handel, Sicherheit, Bildung und Migration.

Shannon sprach von einer "starken Nachricht " an Venezuela, die durch diese Positionierung ausgehe, "um die Notwendigkeit vertrauenswürdiger Wahlen zu untermauern". Ecuador sei dabei mittlerweile ein "wichtiger Partner, um die nächsten Schritte innerhalb der OAS gegen Venezuela einzuleiten". Zuletzt hatte auch die Europäische Union mit weiteren Maßnahmen und Sanktionen gegen Venezuela gedroht.

Der US-Diplomat bedankte sich ausdrücklich bei Moreno, dass er bei diesem Prozess an der Seite der USA und der OAS stehe. Auch der ecuadorianische Parlamentspräsident José Serrano äußerte sich positiv zu den nunmehr aus seiner Sicht verbesserten Beziehungen beider Länder.

Mit dem Treffen, an dem auch mehrere ecuadorianischer Kabinettsmitglieder teilnahmen, setzt sich die politische und inhaltliche Annäherung an die USA unter Präsident Moreno unvermindert fort. Während der zehn Jahre unter Amtsvorgänger Rafael Correa waren die Beziehungen zwischen beiden Ländern deutlich abgekühlt. Somit scheint auch die vormals enge Verbindung zwischen der Bürgerrevolution in Ecuador und der Bolivarischen Revolution in Venezuela mittlerweile deutlich distanzierter zu werden. Die OAS bezieht schon seit Längerem klare Position gegen die Präsidentschaftswahlen in Venezuela und fordert die Einhaltung demokratischer Prozesse und damit einhergehend Sanktionen.

Die ecuadorianische Regierung hatte auch vor wenigen Wochen angekündigt, einen Beitritt zur neoliberalen Pazifik-Allianz prüfen und somit eine inhaltliche Neuausrichtung der Außenhandelspolitik vornehmen zu wollen.

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