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Polizei und Militär greifen Indigene im Cauca in Kolumbien an

Jose Wuilson Escue Vitonco wurde bei dem Einsatz staatlicher Einsatzkräften im Dorf El Palo im Süden Kolumbiens mit einem Kopfschuss getötet

Jose Wuilson Escue Vitonco wurde bei dem Einsatz staatlicher Einsatzkräften im Dorf El Palo im Süden Kolumbiens mit einem Kopfschuss getötet

Quelle: facebook.com

Cali. Staatliche Einsatzkräfte haben am vergangenen Wochenende das Dorf El Palo im Süden Kolumbiens gestürmt. Nach offiziellen Angaben sollte ein Haftbefehl vollstreckt werden. Wie die Organisation indigener Gemeinden ACIN berichtet, wurde dort gerade ein Markt beendet, Aktivisten von Landbesetzungen waren ebenfalls präsent. Willkürlich sei in die Menge geschossen worden. Dabei wurde ein Jugendlicher durch einen Kopfschuss getötet und viele weitere Personen verletzt. Aktuell schweben noch sechs Personen in Lebensgefahr.

Laut Polizeiberichten sollte ein Kommandant und Dissident der ehemaligen Farc-Guerilla mit dem Alias Mordisco festgenommen werden, dessen Leibwächter den Schusswechsel provoziert hätten. Erst vor wenigen Tagen zirkulierten wieder Drohbriefe der paramilitärischen Gruppierung Aguilas Negras gegen alle indigenen Führungspersonen. Zudem hatte die dissidente sechste Front der Farc vor fünf Tagen Pamphlete verteilt, in denen sie Sprechern der Indigenen mit dem Tod droht.

El Palo liegt im Department Cauca, einem der umkämpftesten Gebiete Kolumbiens, in dem die indigenen Nasa Autonomiegebiete aufbauen und gegen Angriffe der staatlichen Sicherheitskräfte und illegaler bewaffneter Akteure verteidigen. Seit Anfang der 1990er Jahre erobern sich die Indigenen das Land zurück, das ihnen geraubt wurde. Seit Jahrzehnten wird dort von Großgrundbesitzern Zuckerrohranbau vor allem für die Herstellung von Biosprit betrieben, der auch nach Europa exportiert wird.

Seit den erfolgreichen Besetzungsaktionen der Nasa hat die Repression im Cauca dramatisch zugenommen: die rückeroberten Gebiete sollten seit 2014 bereits 350-mal geräumt werden, jedes Mal unter massivem Polizeieinsatz. Die Regierung erließ bisher Haftbefehle gegen 140 Aktivisten.

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