Prozessbeginn in Kolumbien endet für 19 Aktivisten in Haft

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Protest während des Prozessbeginns vor dem Justizgebäude in Cali, Kolumbien
Protest während des Prozessbeginns vor dem Justizgebäude in Cali, Kolumbien

Bogotá/Cali/Tumaco, Kolumbien. Der Prozessauftakt gegen 33 soziale Aktivisten und ehemalige Guerilla-Mitglieder endete in der vergangenen Woche in Cali mit Untersuchungshaft für 19 Personen. Einige von ihnen können die Untersuchungshaft in Hausarrest verbringen. Die übrigen Angeklagten verbleiben vorläufig in Freiheit. Die Weiterführung der Prozesse wird erst in mehreren Monaten erwartet.

"Sie sind unschuldig, lasst sie frei", skandierten die Angehörigen bei der Abführung der Angeklagten in Cali. Den Inhaftierten aus den Departments Valle del Cauca und Nariño wird vorgeworfen, mit der Guerillaorganisation Nationale Befreiungsarmee (ELN) in Verbindung zu stehen. Die Beschuldigten haben die Friedensverhandlung zwischen ELN und Regierung in Quito unterstützt, einige waren sogar als Vertreter der Zivilbevölkerung ins Nachbarland Ecuador gereist.

Unter den Angeklagten befinden sich sowohl Anführer sozialer Bewegungen wie Afro- und Indigenen-Aktivisten als auch ehemalige Guerilla-Mitglieder der Farc und der ELN. Bei Verurteilung wegen Rebellion müssen sie mit Haftstrafen von 20 Jahren und mehr rechnen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Aktivisten weitere Straftaten begehen würden und ordneten daher Sicherheitsverwahrung bis zum Prozess an. In Kolumbiens vollkommen überbelegten Justizvollzugsanstalten sind viele Menschen ohne Urteil inhaftiert – teilweise warten sie in Haft mehrere Jahre unschuldig auf einen rechtsmäßigen Prozess.

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