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04.06.2018 Kolumbien / Politik

Betrug bei Präsidentschaftswahl in Kolumbien?

Ein Beispiel für Wahlbetrug?

Ein Beispiel für Wahlbetrug?

Quelle: Ariana Perez

Bogotá. Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Kolumbien erheben linke Parteien und die nationale Wahlaufsicht Vorwürfe gegen die Kandidaten Iván Duque und Germán Vargas Lleras.

Am 27. Mai hatte die erste Runde der Wahl zum Präsidenten stattgefunden, bei der Iván Duque aus dem ultrarechten Lager des ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe mit 39,1 Prozent vorne lag und damit am 17. Juni gegen den linken Kandidaten Gustavo Petro in einer Stichwahl antreten wird. Petro hatte 25,8 Prozent der Stimmen bekommen. Dritter wurde der grüne neoliberale Kandidat Fajardo mit 23,7 Prozent.

Die Vorwürfe richten sich vor allem gegen drei Vergehen während des Wahlvorgangs.

Zum einen gaben das Statistikamt (Dane) und die kolumbianische Wahlaufsicht (MOE) bekannt, dass in 82 Gemeinden des Landes mehr Wahlberechtigte als Einwohner registriert worden seien. Dies betrifft die Stammgebiete der Rechten, darunter vor allem Antioquia und Boyacá. Danach folgen die Departments Santander und Cundinamarca. Mehr Wähler als Menschen gab es somit in den Regionen, in denen Duque gewann.

Mit diesen Beispielen wird der Vorwurf wegen Betrugs untermauert

Quelle: Ariana Perez

Zum anderen wurden auf Formularen der Auszählungsergebnisse Unregelmäßigkeiten festgestellt. Hinter den jeweiligen Kandidaten waren die bereits notierten Ergebnisse nachträglich verändert worden. In den sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Belege solcher nachträglichen Veränderungen, die allesamt den beiden rechten Kandidaten zugutekamen. Kolumbianische Medien rechtfertigen dies als "normale" Korrekturen. Petro und andere linke Politiker sprechen von eindeutigem Wahlbetrug.

Schließlich wurde auch bei dieser Wahl in Kolumbien von Stimmenkauf aus fast allen Regionen berichtet, vor allem aus den armen Stadtvierteln und ländlichen Regionen. Diese Praxis wird von vielen Wählern akzeptiert und nicht angezeigt.

Alle Parteien fordern nun von der Staatsanwaltschaft, die Vorwürfe vor Stichwahl am 17. Juni zu überprüfen.

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