Großbritannien blockiert Rückgabe von 14 Tonnen Gold an Venezuela

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Die Bank von England sitzt auf 14 Tonnen venezolanischem Gold
Die Bank von England sitzt auf 14 Tonnen venezolanischem Gold

London. Die Zentralbank von Großbritannien weigert sich, venezolanisches Gold im Wert von rund 550 Millionen US-Dollar an den südamerikanischen Staat zurückzugeben. Die Regierung Venezuelas habe seit zwei Monaten ohne Erfolg versucht, ihre Einlagen bei der Bank of England zu repatriieren. Dies geht aus Berichten der britischen Zeitung The Times und eigenen Recherchen von Reuters hervor.

Die Times schrieb von offiziellen, aber ungenannten britischen Quellen, die seitens der venezolanischen Regierung von Präsident Nicolás Maduro eine Erklärung über die beabsichtigte Verwendung der Goldreserven erwarten sollen. Die britischen Behörden wollten sicher gehen, dass damit keine "Geldwäsche" getätigt werde oder "dass Herr Maduro das Gold, das sich im Besitz des Staates befindet, beschlagnahmen und zum persönlichen Vorteil verkaufen könnte", wie weiter anonyme Quellen zitiert werden. Reuters berichtet, dass eine offizielle Auskunft weder von den britischen noch von den venezolanischen Zuständigen zu erhalten war.

Die Gespräche zwischen Venezuela und England sollen indes zum Stillstand gekommen sein, weil es immer schwieriger wurde, eine unabdingbar erforderliche Versicherung für den Transport der großen Goldfracht zu finden.

Das Vorhaben der venezolanischen Regierung, die Goldeinlagen bei der Bank von England ins eigene Land zu holen, ist durch die Sorge erklärbar, dass die einseitig verhängten Wirtschafts- und Finanzsanktionen der USA die Verfügung Venezuelas über seine Goldreserven zur Absicherung einer frischen Finanzierung des Krisenlandes blockieren könnten. Tatsächlich hat die Regierung von Donald Trump erst kürzlich den Handel mit venezolanischen Gold mit Strafmaßnahmen belegt.

Der verstorbene sozialistische Präsident von Venezuela, Hugo Chávez, repatriierte bereits 2011 rund 160 Tonnen Gold von Banken in den USA und Europa zur Zentralbank in Caracas. Ein Teil von Venezuelas Gold blieb in der Bank von England. Ab 2014 nutzte Venezuela diese Einlagen für Swap-Geschäfte, bei denen internationale Banken Venezuela mehrere Milliarden US-Dollar mit dem Gold als Sicherheit leihten. Seit 2017 sind wegen der US-Sanktionen solche finanziellen Operationen stark eingeschränkt.

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