Ecuador / Politik

Präsident von Ecuador wirft Julian Assange "Missbrauch" des Asyls vor

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Seit sechseinhalb Jahren harrt der Wistleblower Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London aus
Seit sechseinhalb Jahren harrt der Wistleblower Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London aus

Quito/London. Ecuadors Präsident Lenin Moreno hat Julian Assange vorgeworfen, Material über ihn im Netz verbreitet zu haben. In einer Radiosendung sagte Moreno, dass der Mitbegründer der Enthüllungsplattform Wikileaks unter Schutz der Botschaft stehe, sein Verhalten jedoch ein Missbrauch seines Status' sei, der zu einem Entzug dieses Schutzes führen könnte. Er dürfe seine Meinung frei äußern, jedoch nicht Telefone hacken und die Ergebnisse ins Internet stellen.

Zuvor hatte Moreno Wikileaks für die Verbreitung verantwortlich gemacht. Die Plattform hat dies umgehend bestritten. Nach Angaben der ecuadorianischen Tageszeitung El Telégrafo wird in der Sache "international ermittelt".

In der vergangenen Woche kursierten im Internet private Fotos von Moreno, die sein luxuriöses Leben belegen sollten. Dies wiederum steht im Zusammenhang mit den sogenannten INA Papers, die Moreno beschuldigen, unrechtmäßig Gelder auf Offshorekonten zu haben. Mittlerweile untersucht eine parlamentarische Kommission diese Vorwürfe, auch die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt.

Assange, der seit 2012 in Ecuadors Botschaft Asyl genießt, wurde im letzten Oktober jeglicher Zugang zum Internet und Telefon entzogen, da er nach Meinung der Regierung Ecuadors sein Asyl zu Handlungen mißbrauche, die dem Land schadeten. Assange droht eine mögliche Verhaftung in Großbritannien und die Auslieferung an die USA.

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