Politiker kritisieren Ausschluss Correas von den Wahlen in Ecuador

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Rafael Correa, Ex-Präsident von Ecuador (2007-2017)
Rafael Correa, Ex-Präsident von Ecuador (2007-2017)

Quito. Ehemalige und amtierende Amtsträger aus ganz Lateinamerika haben mit teils vehementer Kritik auf den Ausschluss des ehemaligen Präsidenten (2007-2017) von Ecuador, Rafael Correa, von den kommenden Wahlen reagiert. Dem 57-Jährigen war vor wenigen Tagen die Teilnahme an den Präsidentschaftswahlen 2021 verboten worden. Zuvor hatte er versucht, sich aus seinem Exil in Belgien für das Amt des Vizepräsidenten unter Andrés Arauz aufstellen zu lassen. Der Nationale Wahlrat (Consejo Nacional Electoral, CNE) hatte dies jedoch abgelehnt.

Der frühere Präsident von Brasilien, Luís Inácio Lula da Silva sieht die USA hinter dem Justizmanöver gegen Correa. Zugleich zog er einen Vergleich zu dem Wahlausschluss von Ex-Präsident (2006-2019) Evo Morales in Bolivien: "In all den Jahren habe ich viele Lektionen gelernt", schrieb da Silva auf Twitter: "Eine davon war die Rolle der Vereinigten Staaten." Hinter jedem politischen Angriff in Lateinamerika stünden Hintermänner. In Brasilien habe das Justizministerium diese verdeckten Interessen bei den Ermittlungen bewiesen, die zu seiner Inhaftierung und dem Verbot seiner Kandidatur bei den vergangenen Wahlen geführt hätten. "Eben das ist auch mit Rafael Correa in Ecuador und Evo Morales in Bolivien geschehen", so da Silva.

Auch Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla verurteilte über Twitter die "politisch motivierten Gerichtsverfahren" gegen Morales und Correa. Dadurch solle "die Stimme der Völker und ihrer würdigen Vertreter zum Schweigen gebracht werden", so der Minister.

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Morales warf der ecuadorianischen Wahlbehörde indes vor, das Verfahren gegen Correa im Eiltempo vorangetrieben zu haben, um ihn als Kandidaten für die Wahlen auszuschließen. "Aber sie verstehen nicht, dass es unmöglich ist, Menschen zu ächten", so Morales weiter.

Nach Ansicht des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro haben "die Verräter Angst vor dem Willen des ecuadorianischen Volkes". Deshalb würden "verzweifelte Maßnahme ergriffen", um Correa an der Teilnahme an den Präsidentschaftswahlen zu hindern. "Eher früher als später wird es Gerechtigkeit geben", so Maduro weiter.

Der ehemalige kolumbianische Präsident (1994-1998) Ernesto Samper schrieb: "Wie in Zeiten von Diktaturen verfolgen die rechtsgerichteten Regierungen von Bolivien und Ecuador ihre politischen Gegner dafür, dass sie sich ihnen im demokratischen Wettstreit stellen." Dies sei auch im Fall von Brasilien so geschehen.

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