Ecuador / Politik

Linker Kandidat Arauz klarer Favorit bei Wahlen in Ecuador

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Das Ergebnis der Umfrage, die Andrés Arauz von der Unes für die Wahlen am Sonntag kommender Woche am klarsten vorne sieht
Das Ergebnis der Umfrage, die Andrés Arauz von der Unes für die Wahlen am Sonntag kommender Woche am klarsten vorne sieht

Quito. Der Präsidentschaftskandidat der progressiven Bewegung Union für die Hoffnung (Unión por la Esperanza, Unes), Andrés Arauz, kann in Ecuador nach letzten Umfragen auf einen Sieg in der ersten Runde bei den Wahlen am 7. Februar hoffen. Am Donnerstag durften die letzten durch den Obersten Wahlrat (CNE) autorisierten Umfragen vor den am 7. Februar stattfindenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen veröffentlicht werden.

Am deutlichsten sieht eine Umfrage des Analysten Omar Maluk den Unes-Kandidaten in Führung. Demnach käme er auf 39,2 Prozent der Stimmen. Der aussichtsreichste Konkurrent, Guillermo Lasso, von der Allianz CREO-PSC würde auf 21,8 Prozent kommen. Drittplatziert ist in der Umfrage Yaku Pérez, Kandidat der Bewegung Pachakutik, mit 14,4 Prozent.

Nach der Umfrage liegt Arauz damit "an der Grenze, die Wahl bereits im ersten Wahldurchgang zu gewinnen", wie Maluk selbst gegenüber dem Portal Pichincha Comunicaciones einordnete. Unes, zu der auch Ex-Präsident Rafael Correa zu zählen ist, könne in den Provinzen Manabí, Esmeraldas und Los Ríos mit den meisten Stimmen rechnen. Am schwersten hätten es die Linken traditionell in Guayas im Südwesten des Landes.

Von den letzten elf veröffentlichten Umfragen sehen zehn Arauz vorne (bei Historia mit 30 Prozent, bei Clima Social 30,1, bei Atlas Intel mit 36,5 oder bei Pulso Ciudadano mit 26,7 Prozent). Einzig bei Cedatos liegt der neoliberale Kandidat und Ex-Banker Lasso vorne (24 Prozent).

Arauz warnte in dieser Woche vor einer möglich Manipulation der Wahlen, indem Wähler:innen, die im Ausland leben, nicht abstimmen könnten. Auf einer Pressekonferenz äußerte er die Sorge, dass die noch amtierende Regierung von Präsident Lenín Moreno entsprechende Vorbereitungen träfe. Er rief die internationalen Wahlbeobachter auf, wachsam zu sein.

Zudem sorgte der fehlerhafte Druck von Wahlzetteln zuletzt für Unsicherheit, das betrifft auch die für das Andenparlament. Arauz befürchtet, dass die fünf Sitze für das Andenparlament nicht am 7. Februar gewählt werden könnten, sondern erst am 11. April. Dies würde theoretisch die Möglichkeit eröffnen, die gesamten Wahlen nachträglich zu annullieren, so der Linkskandidat.

Für einen Sieg in der ersten Wahlrunde sind mindestens 40 Prozent der Stimmen bei einem Vorsprung von zehn Prozentpunkten auf den Zweitplatzierten notwendig. Sollte dies keiner der Kandidaten am 7. Februar erreichen, wird es am 11. April eine Stichwahl geben. Am 24. Mai wird der neue Präsident sein Amt antreten.

Neben dem Präsidenten und den fünf Sitzen für das Andenparlament werden auch 137 Abgeordnete für die Nationalversammlung gewählt.

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