Ecuador / Politik

Ecuador: Wahlrat kippt Pakt zur Neuauszählung, endgültige Ergebnisse am Sonntag

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Die Präsidentin der Obersten Wahlbehörde von Ecuador, Diana Atamaint, musste bekanntgeben, dass es doch keine Neuauszählung geben wird. Sie persönlich hätte es sich anders gewünscht...
Die Präsidentin der Obersten Wahlbehörde von Ecuador, Diana Atamaint, musste bekanntgeben, dass es doch keine Neuauszählung geben wird. Sie persönlich hätte es sich anders gewünscht...

Quito. Der Nationale Wahlrat (CNE) in Ecuador hat die mit den Kandidaten Yaku Pérez und Guillermo Lasso getroffene Absprache für eine Neuauszählung eines Großteils der Stimmen der Präsidentschaftswahlen gekippt. Vorausgegangen war eine turbulente Abstimmung der CNE-Mitglieder. Deren Präsidentin, Diana Atamaint, die dem indigenen Bündnis von Pérez, Pachakutik, nahesteht, hatte wie ein weiteres Mitglied für die Aufrechterhaltung der Neuauszählung gestimmt, es gab eine Gegenstimme und eine Enthaltung des Vizepräsidenten. Das fünfte Mitglied hatte die Abstimmung sogar verlassen.

Damit ist der ursprünglich auch von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) unterstützte, jedoch von vielen Experten wegen seines illegalen Charakters heftig kritisierte Pakt hinfällig. Der CNE erklärte, nun nur noch die ausstehenden Resultate aus dem Ausland abwarten und innerhalb von vier Tagen die endgültigen Ergebnisse der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen bekanntgeben zu wollen. Anschließend würde den Kandidaten und Parteien die Chance gegeben, offiziell Beschwerde gegen den Wahlprozess einzulegen.

Pérez zeigte sich am Rande eines am Mittwoch begonnenen Protestmarschs indigener Bewegungen vom südlichen Loja in Richtung der Hauptstadt Quito enttäuscht und kündigte umgehend an, von nun an Lasso nicht mehr unterstützen zu wollen. Lasso solle "nicht davon träumen", dass er ihn, "den Banker und seine Korruption", weiter unterstützen werde. Pérez warf darüber hinaus dem CNE "schweren Wahlbetrug" vor, ohne jedoch Beweise dafür vorzulegen.

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Nach Auszählung von 99,96 Prozent der Stimmen liegt Pérez mit 19,38 Prozent hinter Lasso, der auf 19,74 Prozent kommt. Der Kandidat des Linksbündnisses Unes, Andrés Arauz, gewinnt die erste Runde der Wahlen vom 7. Februar klar: Er liegt derzeit bei 32,72 Prozent.

Die Stichwahl findet am 11. April statt. Pérez gilt Beobachtern als der Kandidat, dem bessere Chancen zugerechnet werden, Arauz zu schlagen.

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