Guatemala / Umwelt

Aktivist in Guatemala erschossen: Protest gegen Bergbau Auslöser?

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Der Aktivist Victor Colindres wurde ermordet
Der Aktivist Victor Colindres wurde ermordet

Livingston. Der Gemeindeaktivist Víctor Colindres ist am Sonntag in der Gemeinde San Antonio Sejá im Landkreis Livingston erschossen worden. Nach Angaben lokaler Medien konnten die Täter unerkannt flüchten. Colindres wurde von mehreren Schüssen getroffen.

Die genauen Hintergründe des Mordes sind "Gegenstand von Untersuchungen", schreibt die internationale Menschenrechtsorganisation Servindi. Verschiedene Organisationen vermuten aber einen Zusammenhang mit dem erfolgreichen Widerstand gegen zehn Bergbaukonzessionen in der Region. Colindres war eine der Führungspersönlichkeiten des Protests.

Die zehn Konzessionen für Nickelabbau sollen zum Ende der Amtszeit von Präsident Alejandro Giammattei (2020-2024) ausgestellt worden sein. Das hatten lokale Autoritäten zu Beginn der Proteste gegen die Konzessionen im Juni dieses Jahres erklärt. Das Ministerium für Energie und Bergbau der aktuellen Regierung von Bernardo Arévalo hatte jedoch im Juni dementiert, dass Konzessionen aus der Regierungszeit von Giammattei vorliegen.

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Nach mehreren Wochen andauernden Protesten im Juni und Juli (amerika21 berichtete) gab das Ministerium für Umwelt und Natürliche Ressourcen Ende Juli bekannt, keine Konzessionen auszustellen. Die 54 ansässigen Gemeinden hatten befürchtet, dass der Nickelabbau Quellen und Flüsse kontaminieren könnte, die in den Izabalsee fließen, die wichtigste Wasserquelle der Region. Auch waren Auswirkungen auf den tropischen Regenwald und den Nebelwald befürchtet worden, die beide eine hohe Artenvielfalt aufweisen.

Interessenten an den Konzessionen waren die beiden Unternehmen Río Nickel und Nichromet Guatemala, beides Tochterfirmen des kanadischen Bergbauunternehmens Central American Nickel. Livingston ist bereits seit Jahrzehnten vom Nickelabbau und Konflikten um Land betroffen. Insbesondere der zurzeit nicht arbeitenden Nickelfirma Fénix werden schwere Umweltschäden vorgeworfen (amerika21 berichtete). Mehrfach wurde in der Region der Ausnahmezustand ausgerufen (amerika21 berichtete).