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Einigung und Beilegung des Streiks der Bergarbeiter in Kolumbien

Bei der Unterschrift der Einigung in Segovia

Bei der Unterschrift der Einigung in Segovia

Quelle: Red de Hermandad y Solidaridad con Colombia

Bogotá. Nach einem insgesamt 43 Tage andauernden Streik der Bergarbeiter im Nordwesten Kolumbiens ist es nach Verhandlungen mit der Regierung in den wichtigsten Punkten zu einer Einigung gekommen. Vertreter des Runden Tisches zum Bergbau in Antioquia konnten die 15 Punkte der Übereinkunft an die Protestierenden überbringen, die daraufhin den Streik für beendet erklärt haben.

In den letzten Wochen waren rund 20.000 Personen an den Protesten beteiligt. Man wollte den traditionellen Bergbau in der Region schützen und verhindern, dass der multinationale Konzern Gran Colombia Gold nur noch auf maschinell-industrielle Weise Gold abbaut. Vielmehr wollten die Streikenden einen Schutz der seit über 200 Jahren traditionellen Form des Abbaus erreichen. Noch immer sind einige Gebiete nicht legal formalisiert, in denen traditionell gefördert wird.

Unter anderem in diesem Punkt kam es nun im Zuge der Verhandlungen in Bogotá zu einer Einigung. Der Status der alten Minen soll erhalten bleiben und ihr Fortbestehen gleichzeitig durch die Formalisierung gesichert werden. Außerdem wurden Garantien für die Arbeiter und Zeitpläne für die Bewilligung zukünftiger Operationspläne vereinbart und bestätigt, den diesmaligen Interessenvertreter der Bergbauern auch für weiterhin als Verhandlungspartner anzuerkennen.

Der Vizeminister für Bergbau, Carlos Cante, sagte nach den Verhandlungen, dass man von Seiten der Regierung verstanden habe, dass das Wichtigste gewesen sei, "zu einigen grundsätzlichen Übereinkünften gekommen zu sein, um den Prozess der Formalisierung der alten Minen in dieser Region vorantreiben zu können. Von nun an bedeuten die ausgearbeiteten Zeitpläne natürlich eine große Verantwortung."

Die angestrebte Formalisierung der ursprünglichen Minen sind ein großer Erfolg für die Protestierenden in der Region um Segovia und Remedios. Von nun an sollen rein industriell genutzte Zonen begrenzt werden. Des Weiteren soll die Umwandlung in legale Goldabbaustätten durch technische wie ökologische Unterstützung und Beratung in Zusammenarbeit mit den lokalen Verwaltungen erfolgen. Dadurch soll es zu einer produktiven Umstrukturierung der Förderung kommen und der umweltschädliche Einsatz von Quecksilber kontinuierlich und effektiv beendet werden.

Vertreter von Gran Colombia Gold zeigten sich zufrieden, dass die Arbeiter von nun an wohl wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren und die Förderung wieder im gewünschten Umfang aufgenommen werden kann. Ein Vertreter des Unternehmens dankte auch der Polizei und dem Militär, dass diese sich während des Streiks bei dem Versuch der Beibehaltung der öffentlichen Ordnung beteiligt hätten. Jedoch hatte es in den vergangenen Wochen oftmals Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Protestierenden gegeben, bei denen drei Menschen starben und eine Vielzahl verletzt wurde.

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