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Verein in Potsdam unterstützt Friedensarbeit in Kolumbien

Der Kindergarten wird derzeit in der Wiedereingliederungszone Antonio Nariño in Icononzo im zentralen Kolumbien gebaut

Der Kindergarten wird derzeit in der Wiedereingliederungszone Antonio Nariño in Icononzo im zentralen Kolumbien gebaut

Quelle: tierra-unida.de

Potsdam/Icononzo. Der Potsdamer Lateinamerika-Arbeitskreis Tierra Unida e.V. unterstützt als eine der ersten Nichtregierungsorganisationen und ehrenamtlichen Vereine in Deutschland den Friedens- und Wiedereingliederungsprozess in Kolumbien. Im Zentrum stehen dabei die Kinder ehemaliger Mitglieder der Guerilla "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (Farc). Wie der Verein in einer Pressemitteilung bekannt gab, hat am vergangenen Montag die Sammlung von Geldspenden für die Ausstattung eines Kindergartens mit Betten und Tischen, Stühlen, Spielzeug, Musikinstrumenten sowie Büchern begonnen. Mindestens 2.500 Euro sollen zusammenkommen.

Das Projekt "Kinder des Friedens" unterstützt die Kinder ehemaliger Farc-Angehöriger, die nach Abgabe ihrer Waffen Familien gegründet haben und seit dem Abschluss des Friedensvertrages zwischen der Regierung von Kolumbien und der Guerilla in sogenannten Wiedereingliederungszonen im ganzen Land leben. Für sie bestehe jetzt die Hoffnung, dass sie in Frieden aufwachsen können, "denn die Kinder sind Botschafter der nächsten Generation und nur mit Kindern, die eine adäquate Erziehung, Bildung und gute Lebensbedingungen vorfinden, kann ein gerechtes und friedvolles Land entstehen“, so Christian Raschke, Mitglied des Vereins und Initiator des Projekts gegenüber Amerika21.

Der Friedensprozess stehe jedoch trotz der Unterzeichnung des Abkommens im Dezember letzten Jahres noch ganz am Anfang. "Tierra unida möchte mit der internationalen Unterstützung zeigen, dass der Frieden, auch wenn er derzeit nur schleppend umgesetzt wird, weiterhin die einzige Alternative im Land und auf der Welt ist", so Raschke weiter.

Der Kindergarten wird derzeit in der Wiedereingliederungszone Antonio Nariño in Icononzo im zentralen Kolumbien gebaut und im neuen Jahr mithilfe der Spendengelder mit Materialien ausgestattet. Anschließend sollen mit einer weiteren Spendenaktion Bildungsaktivitäten und der Erwerb von Spielzeug und Bildungsmaterialien, die bei den Jungen und Mädchen eine adäquate Entwicklung fördern, unterstützt werden.

Tierra Unida möchte ab dem kommenden Jahr weitere Wiedereingliederungszonen unterstützen, dabei stehen immer die "Kinder des Friedens" der jeweiligen Zone mit ihren Bedürfnissen im Vordergrund.

Der Verein wurde 1983 in Potsdam gegründet und setzt sich seitdem mit entwicklungspolitischen Themen und Projekten in und über Lateinamerika auseinander. Ziel sei es, das Gespräch und den Ideenaustausch zwischen Menschen aus Lateinamerika und Deutschland mithilfe von regelmäßigen Diskussionsrunden, Lesungen, Vorträgen, Konzerten und Projekten in Schulen zu fördern. Die Projektpartner in Lateinamerika seien dabei wichtige Impulsgeber für eine notwendige Rückkopplung in diese Gebiete, heißt es in einer Selbstdarstellung von Tierra Unida.

Spendenseite:

https://www.betterplace.org/de/projects/57634-kinder-des-friedens

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