Venezuela / Politik

Explosion in Gasabfüllanlage in Venezuela: Regierung spricht von Sabotage

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Nach einer Explosion brannte die Gasabfüllanlage in Ocumare del Tuy
Nach einer Explosion brannte die Gasabfüllanlage in Ocumare del Tuy

Ocumare del Tuy, Venzuela. Nach einer Explosion in einer Gasabfüllanlage hat Venezuelas Ölminister Manuel Quevedo von Sabotage gesprochen. Am vergangenen Samstag war in Ocumare del Tuy, rund 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Caracas, nach einer großen Explosion eine Gasabfüllanlage in Brand geraten.

Laut dem Gouverneur des Bundesstaates Miranda, Héctor Rodríguez, hat ein Arbeiter Verbrennungen erlitten und ist in medizinischer Behandlung. Weitere Opfer seien nicht zu beklagen. Rund um die Anlage wurden Anwohner aus ihren Häusern evakuiert, zudem musste die Autobahn in Richtung Caracas vorübergehend gesperrt werden. Auch das regionale Gasnetz wurde durch den Vorfall beeinträchtigt. In einem Teil von Ocumare fiel zudem der Strom aus.

Der für die Öl- und Gasindustrie zuständige Minister Quevedo machte politisch motivierte Sabotage für die Explosion und den Brand verantwortlich. "Wir weisen darauf hin, dass die gewalttätige und terroristische extreme Rechte hinter diesen Sabotageakten steht, die das friedliche Zusammenleben der Bürger und die öffentlichen Dienstleistungen zu beeinträchtigen suchen", sagte er gegenüber der Presse. Die Generalstaatsanwaltschaft habe entsprechende Ermittlungen aufgenommen.

Im März und Juli dieses Jahres hatte die Regierung bereits im Zusammenhang mit mehreren großflächigen und langandauernden Stromausfällen auf Sabotage verwiesen. Unter anderem sei dabei im März mit großkalibrigen Waffen auf Transformatoren geschossen worden, was eine Explosion und einen Brand in einem zentralen Kraftwerk ausgelöst habe. In anderen Fällen sprach die Regierung von Cyber-Attacken oder einem elektromagnetischen Angriff.

Sowohl die rechtsgerichtete Opposition um Parlamentspräsident Juan Guaidó als auch linke Gruppierungen, die Präsident Nicolás Maduro ablehnen, haben indes wiederholt auf Versäumnisse der Regierung beim Unterhalt der Energie-Infrastrukturen hingewiesen.

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