Gibt Großbritannien das Gold von Venezuela unter UN-Verwaltung?

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Venezuelas Zentralbank fordert Rückgabe des Goldes, um die Mittel zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einzusetzen.
Venezuelas Zentralbank fordert Rückgabe des Goldes, um die Mittel zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einzusetzen.

Caracas/London. Im Rechtsstreit zwischen der Zentralbank von Venezuela (BCV) und der Bank of England (BoE) um den Verkauf venezolanischer Goldreserven hat sich das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen bereiterklärt, Erlöse aus einem möglichen Verkauf zu verwalten, um damit Hilfsgüter zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie zu kaufen. Dem liegt eine Absichtserklärung zwischen Venezuela und der UN-Behörde zugrunde. Es geht um von Großbritannien blockiertes Gold im Wert von etwa 1,3 Milliarden US-Dollar.

Die Vorsitzende der BCV, Calixto Ortega, hob hervor, dass dies keine falschen Versprechen seien, "sondern die Worte der Vereinten Nationen und die werden sich nicht in Schattengeschäfte verwickeln oder parteiisch sein". Die venezolanische Opposition sieht in dem Unterfangen der Regierung hingegen den Versuch, sich ohne Zustimmung des Parlaments an den Reserven der BCV zu bedienen.

Derzeit erkennt die BoE die amtierende Regierung von Präsident Nicolas Maduro sowie die Verwaltung der BCV nicht an, da Großbritannien den selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó als legitimen Staatschef unterstützt. Guaidó hat vor einem Jahr ad hoc einen eigens geschaffenen BCV-Vorstand einberufen. Im Verfahren wird es somit vorrangig um die Ermittlung des rechtmäßigen Vertreters der BCV gehen.

In einer ersten Anhörung kündigte das Londoner Gericht die Aufnahme des Verfahrens ab dem 22. Juni an. Die BCV-Vorsitzende Ortega erwartet angesichts der dringlichen Situation ein unbehindertes und schnelles Verfahren. Venezuela weist laut den Daten der John Hopkins Universität derzeit weiterhin steigende Zahlen von Covid-19-Infizierten auf. Die ohnehin allgemein angespannte Versorgungslage wird durch die Quarantänemaßnahmen weiter verschärft.

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