Statt OAS: Mexikos Präsident will neue Integrationsstruktur für Lateinamerika

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Der mexikanische Präsident bei der Eröffnungsrede auf dem Treffen der Celac-Außenminister
Der mexikanische Präsident bei der Eröffnungsrede auf dem Treffen der Celac-Außenminister

Mexiko-Stadt. Unter dem Eindruck der jüngsten Proteste in Kuba und deren Zusammenhang mit der Sanktionspolitik der USA hat der mexikanische Präsident, Andrés Manuel López Obrador, die Schaffung einer Alternative zur Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) vorgeschlagen. Der Einfluss der USA auf die Politik der OAS, an deren Spitze sich ihr Generalsekretär Luis Almagro in den vergangenen Jahren vermehrt einseitig in die Politik und Wahlprozesse lateinamerikanischer Staaten eingemischt hatte, muss laut López Obrador zurückgedrängt werden.

Der mexikanische Staatschef hatte am vergangenen Wochenende das Gipfeltreffen der Außenminister der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten (Celac) anlässlich des 238. Geburtstages des Freiheitskämpfers Simón Bolívar eröffnet. Dabei betonte er die Wichtigkeit, dass die lateinamerikanischen Staaten sich "autonom" von den USA  organisieren müssten. "Der Vorschlag ist nicht mehr und nicht weniger, als etwas aufzubauen, das der Europäischen Union ähnelt, aber mit unserer Geschichte, unserer Realität und unseren Identitäten verbunden ist".

"In diesem Sinne sollte die Ablösung der OAS durch ein wirklich autonomes Gremium, das nicht als Lakai von irgendjemandem, sondern als Vermittler auf Wunsch und mit Zustimmung der Konfliktparteien fungiert, nicht ausgeschlossen werden", sagte López Obrador weiter.

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Derweil kündigte die argentinische Regierung an, im kommenden Jahr den Vorsitz der Celac übernehmen und dabei die Zusammenarbeit mit der EU stärken zu wollen. Celac müsse zu einer "strategischen Vereinigung" werden, um gegenüber anderen regionalen Bündnissen eine starke und vereinte Verhandlungsposition vertreten zu können. Die Gemeinschaft müsse auch als Mediator bei Konflikten auftreten, wie in Kuba, Venezuela oder Nicaragua.

Zur Celac gehören derzeit 32 Staaten des amerikanischen Kontinents, Brasilien unter Präsident Jair Bolsonaro hatte seine Mitgliedschaft im Jahr 2020 beendet. Die USA und Kanada gehören nicht dazu. Das Bündnis wurde im Jahr 2010 gegründet, unter anderem für ein "Zurückdrängen des Kolonialismus und der Eindämmung des Einflusses der USA in der Region".

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