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EU und Celac vereinbaren engere Zusammenarbeit

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Pressekonferenz nach dem EU-Celac-Gipfel in Brüssel
Pressekonferenz nach dem EU-Celac-Gipfel in Brüssel

Brüssel. Während der zweiten Begegnung zwischen der Europäischen Union und der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten (Celac) ist eine Ausweitung der Kooperation in zahlreichen Bereichen vereinbart worden. Beide Seiten bewerteten die Konferenz in Brüssel als positiv. Das Treffen markierte vor allem angesichts der sich verschlechternden Beziehungen zwischen den USA und der EU einen Wendepunkt in den außenpolitischen Beziehungen zwischen den drei Regionen.

EU-Chefdiplomatin Federica Mogherini und der Vorsitzende der Celac, Carlos Castaneda, bezeichneten die Bekämpfung der protektionistischen Maßnahmen der USA als einen wichtigen Bestandteil für den Erhalt des freien Handels. In diesem Zusammenhang hob Mogherini die Schaffung von rechtlichen Rahmenbedingungen hervor, um die Handelsbeziehungen mit Mexiko, Chile sowie dem Mercosur-Bündnis zu stärken.

Neben den Bestrebungen, den Handel zu stärken und Investitionen zu fördern, wurde seitens der EU auch die Unterstützung bei der Einhaltung des brüchigen Friedensabkommens in Kolumbien sowie bei der Umsetzung des Abkommens für den politischen Dialog und Zusammenarbeit mit Kuba bekanntgegeben. Außerdem sicherte die EU Fördermittel für die Beseitigung der Schäden von Hurricane Irma und des Vulkanausbruchs in Guatemala zu. Gelder soll es auch für die Bekämpfung des Drogenhandels und der organisierten Kriminalität in Peru geben.

Die Celac ist im Jahr 2011 formell als Folgestruktur der Rio-Gruppe in Caracas gegründet worden und versteht sich als regionales Forum der 33 souveränen Staaten Amerikas – außer USA und Kanada – mit einer geschätzten Einwohnerzahl von 650 Millionen Menschen. Die Celac unterhält Beziehungen zu China, Russland, der EU, Korea, arabischen Staaten, der Türkei und Japan. Sie bildet somit einen Gegenpart zur Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), zu der die USA und Kanada gehört.

Mitursächlich für die Gründung der Celac waren die Ereignisse in Honduras im Jahr 2009, als dort ein zivil-militärischer Putsch mit Hilfe der USA stattgefunden hat. Die damalige US-Außenministerin Hillary Clinton hatte sich damals dafür eingesetzt, Honduras trotz nachgewiesener Menschenrechtsverletzungen seitens der Putsch-Regierung wieder in die OAS aufzunehmen.

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