Argentinien / Umwelt

Provinzregierung in Argentinien nimmt umstrittenes Bergbaugesetz zurück

argentinien_chubut_proteste_gegen_megamineria.jpg

Am Dienstag versammelten sich Protestierende vor dem Regierungssitz und forderten den Rücktritt von Gouverneur Mariano Ezequiel Arcioni
Am Dienstag versammelten sich Protestierende vor dem Regierungssitz und forderten den Rücktritt von Gouverneur Mariano Ezequiel Arcioni

Rawson. Der Gouverneur der Provinz Chubut, Mariano Arcioni (Chubut somos Todos), hat am vergangenen Freitag bekannt gegeben, dass das erst wenige Tage zuvor verabschiedete Bergbaugesetz zurückgenommen wird. Innerhalb eines halben Jahres soll zu der Frage eine Volksabstimmung abgehalten werden.

Zahlreiche Menschen feierten die Ankündigung der Rücknahme ausgelassen in den Straßen.

Das Gesetz, über das seit über drei Jahren diskutiert wird, war überraschend in der vorletzten Provinzparlamentssitzung vorgelegt und mit knapper Mehrheit beschlossen worden. Daraufhin brachen in mehreren Städten der patagonischen Provinz heftige Unruhen aus, bei denen zahlreiche Personen verletzt und mehrere Regierungsgebäude verwüstet und in Brand gesetzt wurden. In ländlichen Gegenden blockierten Protestierende die wichtigsten Landstraßen.

In Chubut sind seit 2006 große Tagebaumaßnahmen verboten. Die neue Regelung sollte in Sonderzonen im Patagonischen Hochplateau, wo ein großes Silber- und Bleivorkommen entdeckt wurde, Ausnahmen erlauben. In der Gegend liegen mehrere Siedlungen der indigenen Mapuche und Tehuelche, die davon betroffen wären. Die Verwendung toxischer Mittel wie Cyanid sollte zwar weiter verboten bleiben, Umweltaktivisten, Wissenschaftler und Anwohner befürchten jedoch, dass die Bergbaufirmen sich nicht daran halten würden und es zur Kontaminierung der knappen Wasserressourcen sowie zu negativen Auswirkungen auf den touristischen Sektor kommen könnte.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr