São Paulo. Gewaltsam hat die Militärpolizei des Bundesstaats São Paulo am frühen Sonntagmorgen die Besetzung der Zentralhalle des Rektorats der öffentlichen Universität von São Paulo (USP) durch streikende Studierende beendet. Auf in sozialen Medien veröffentlichten Bildern sind Dutzende bewaffnete Polizisten zu sehen, die mit Schlagstöcken auf Studierende einschlugen und Tränengas einsetzten.
Die USP kommt im Ranking der Universitäten Brasiliens auf Platz eins; sie hat an sieben Standorten rund 90.000 Studierende. Die Rektoratsbesetzung hatte am vergangenen Donnerstag begonnen, nachdem USP-Rektor Aluísio Segurado die Verhandlungen über studentische Forderungen, wie die Erhöhung der Beihilfe für Studierende aus einkommensschwachen Familien, abgebrochen hatte.
In einer von der Zentralen Studierendenvertretung (DCE) veröffentlichten Erklärung wird der Militärpolizei vorgeworfen, übermäßig aggressiv gegen die Besetzer vorgegangen zu sein. Vier Studierende wurden zur Polizeiwache gebracht, aber am Morgen wieder freigelassen. Fünf Studierende seien verletzt und im Krankenhaus behandelt worden; eine blieb zunächst in stationärer Behandlung.
Die DCE betonte, dass die Besetzung friedlich verlaufen war und es für die Räumung keine richterliche Anordnung gab. "Die Studierenden wurden nicht vorgewarnt, sie wurden nachts überrascht und hatten keine Möglichkeit, das Gelände freiwillig zu verlassen", sagte Gabriela Zanini, Sprecherin der Fachschaft der Medizinstudierenden und Mitglied des Streikkomitees gegenüber den Medien. Die Studierenden seien mit Schlagstöcken und Tränengas zu einem "Spießrutenlauf" gezwungen worden.
Zanini betont auch, dass die studentischen Hauptforderungen nicht erfüllt seien. "Das Rektorat weigert sich, die ausgelagerten Universitätskantinen zu übernehmen, weitere Professoren und mehr Personal für das Uniklinikum einzustellen. Es wurden lediglich Arbeitsgruppen eingerichtet und Quoten für Transpersonen, Indigene und Menschen mit Behinderungen zugesagt". Dies beträfe auch das Universitätskrankenhaus.
Ohne Moos nix los
Ihnen gefällt die Berichterstattung von amerika21? Damit wir weitermachen können, brauchen wir Ihre Unterstützung.
Heute seien "weniger Mitarbeiter als 2013 beschäftigt. Das Universitätsklinikum führt 60 Prozent weniger Operationen und bietet nur noch elf Prozent der Sprechstunden von 2013 an". Zanini fügt hinzu, dass viele Patienten, die auf die Intensivstation sollten, aufgrund von Bettenmangel auf der Normalstation blieben.
Die USP-Leitung, die zuvor die "Zerstörung öffentlichen Eigentums durch die Studierenden" kritisiert hatte, "bedauerte die Ereignisse". Sie lehnt den Einsatz von Gewalt ab und betonte, die Militärpolizei habe "ohne vorherige Absprache mit dem Rektorat" gehandelt. Man sei "offen für einen neuen Dialog, um die getroffenen Vereinbarungen zu festigen".
Die Gespräche mit den Studierenden seien beendet worden, da die erfüllbaren Forderungen akzeptiert wurden. Geprüft würden nun etwa Verbesserungen der Wohnheime. Das von den Studierenden geforderte Monatsstipendium von 1.804 R$ (ca. 290 Euro), was dem monatlichen Mindestlohn in São Paulo entspricht, lehnt USP-Rektor und Mediziner Segurado als "unerfüllbar" ab.
Dagegen kritisierten DCE und andere studentische Organisationen die Erklärung des Rektorats als "kalt und unverbindlich" und machten es für die Eskalation verantwortlich. Die Gewerkschaft der USP-Beschäftigten (Sintusp) solidarisierte sich mit den Studierenden und veröffentlichte ein Video zur Unterstützung.
Das für die Militärpolizei zuständige Landesministerium für Öffentliche Sicherheit teilte mit, dass 50 Polizeibeamte beteiligt waren und 150 Studierende abgeführt wurden. Der gesamte Einsatz sei von Körperkameras gefilmt worden "jegliche Vorwürfe übermäßiger Gewaltanwendung" würden "konsequent untersucht".

