Hintergrund & Analyse

Ecuador auf dem Weg zur Diktatur unter Noboa

Interne Kriegspropaganda, Austerität und Repression. Die sozialen Kämpfe gehen jedoch weiter
Ecuador befindet sich in einer schweren politischen Krise, deren Ursprung in Regierungsmaßnahmen mit ausgeprägtem Autoritarismus liegt, die das Leben der Land- und Stadtbevölkerung beeinträchtigen. Angesichts verfassungswidrig geltender Gesetze und anderer Zwangsmaßnahmen riefen der Einheitsverband... weiter

Honduras: Die Mutter aller Schlachten

Kehren die politischen Kräfte hinter dem Putsch von 2009 zurück oder wird das progressive Projekt fortgeführt?
Für die westliche Rechte bedeutet der Verlust der Kontrolle über eine Nation, die sie wie einen fest im Griff gehaltenen Joker behandeln, ein politisches und geostrategisches Erdbeben größten Ausmaßes. Im Fall von Honduras werden sämtliche Elemente einer Operation von Miami, Washington und Madrid... weiter

Venezuela: Trump begeht schlicht und einfach Mord

Tötungen in der Karibik im Licht der Geschichte außergerichtlicher Hinrichtungen durch die USA
Die Ermordung mutmaßlicher Drogenhändler in Venezuela durch Donald Trump ohne Gerichtsverfahren zählt zu den größten Gefahren seiner zweiten Amtszeit. Sie ist Teil der parteiübergreifenden Geschichte der US-amerikanischen Übergriffe im Namen der nationalen Sicherheit. Am 15. September 2025 gab... weiter

Ecuador: 100 Tage Weichenstellen für den Autoritarismus

Daniel Noboa nutzt seine Mehrheit im Parlament zum Staatsumbau in Ecuador
Ecuador steht an einem Wendepunkt. Kaum eine Woche vergeht ohne besorgniserregende Nachrichten. Nach nur 100 Tagen im Amt hat Präsident Daniel Noboa bereits eine Reihe von Gesetzen durch das Parlament gebracht, die seine Macht konzentrieren, die Demokratie angreifen und die Zivilgesellschaft... weiter

Die Krise des MAS und was bevorsteht: Sind 20 Jahren nichts?

Warum die linke MAS bei den Präsidentschaftswahlen gescheitert ist und was Bolivien nach der Stichwahl erwartet
Die Bewegung zum Sozialismus (Movimiento al Socialismo, MAS) erlebt ihre größte Krise seit zwei Jahrzehnten. Sie ist geprägt von innerer Zersplitterung und Korruptionsvorwürfen, die kurz vor den Präsidentschaftswahlen, bei denen ihre verschiedenen Kandidaten klar von den Kandidaten der Rechten und... weiter

Der große Witz gegen Venezuela: Geopolitik als Drogenbekämpfung getarnt

Ex-Direktor des UN-Antidrogenprogramms widerspricht Donald Trumps Narrativ von Venezuela als Zentrum des Drogenhandels mit Fakten
Während meiner Amtszeit an der Spitze des UNODC, der UN-Agentur für Drogen und Verbrechen, war ich in Kolumbien, Bolivien, Peru und Brasilien, aber nie in Venezuela. Es war schlicht nicht nötig. Die Zusammenarbeit der venezolanischen Regierung im Kampf gegen den Drogenhandel war eine der besten... weiter

"In der Linken sprechen wir seit Langem nicht mehr über Freiheit"

Interview mit der argentinischen Basisaktivistin Candela de la Vega über die Perspektiven der Graswurzelbewegung in Zeiten von Javier Milei
Candela de la Vega ist Aktivistin und feministische Forscherin, Mitglied des Bündnisses "Treffen der Organisationen von Córdoba" (Encuentro de Organizaciones de Córdoba) und Mitglied des Recherchekollektivs Der Llano in Flammen (El Llano en Llamas). Júlia Martí von der Zeitschrift Viento Sur hat... weiter

Kritik an der Maduro-Regierung in Venezuela: autoritär und unsozial

Die US-Sanktionen haben Venezuela schwer geschädigt, doch die Linke sollte Maduros Autoritarismus trotzdem ablehnen
Der Soziologe Gabriel Hetland diskutiert im Rahmen einer Debatte über die Bewertung der Regierung von Nicolás Maduro einen Beitrag von Steve Ellner. Zu dieser Debatte gehören auch die Texte "Kapitalismus und Autoritarismus im Venezuela von Maduro", "Venezuela: 'Liberal und autoritär'?" sowie "Die... weiter

Die Dämonisierung von Nicolás Maduro: Trugschlüsse und Konsequenzen

Der Politikwissenschaftler Steve Ellner äußert sich erneut zur Kritik an der Regierung von Nicolás Maduro
Kritik am venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro aus einer linken Perspektive ist absolut notwendig. Ein Teil dieser Kritik kommt von jenen, die seine Regierung in unterschiedlichem Maße unterstützen. Emiliano Teran Mantovani und Gabriel Hetland – die kürzlich meine Haltung zu Maduro... weiter

Der Globale Süden gegen Waffenlieferungen an Israel

Die postkoloniale Welt formiert sich gegen Israels Straflosigkeit, gegen die Komplizenschaft und die Doppelmoral des Westens
Mehr als 30 Delegierte aus dem Globalen Süden kamen im Juli in Bogotá zusammen, um der israelischen Straflosigkeit entgegenzutreten. Länder wie Kolumbien und Südafrika bekräftigten Resolutionen, die Waffenlieferungen an Israel verbieten, und erneuerten ihre rechtlichen Schritte zur Beendigung des... weiter

Das Gerichtsurteil gegen Cristina Kirchner und das Ende der Demokratie in Argentinien

Revanchismus von oben gegen ein Projekt des Ausgleichs trotz seines gemäßigten, nicht-antisytemischen Charakters
Der Kirchnerismus stellte keinen systemischen Bruch dar, sondern ein Projekt der Angleichung innerhalb des peripheren Kapitalismus. Doch selbst diese moderate Umverteilung reichte aus, um die Tür zu Klassenhass und Revanchismus zu öffnen. In letzter Zeit wird immer wieder behauptet, wir stünden... weiter

Indigene Wache in Kolumbien: "Wir wussten, dass die Angriffe kommen würden"

Cric-Vertreter zu Gewalt im Südwesten Kolumbiens, kollektivem Selbstschutz und Schwächungsmanövern gegen die Regierung
Ein Gespräch mit dem politischen Leiter der Guardia Indígena (Indigene Wache) des Regionalen Indigenen Rats vom Cauca (Cric), Oveimar Tenorio. Im Südwesten Kolumbiens eskaliert erneut die Gewalt. Besonders betroffen ist das Departamento Cauca, wo indigene Gemeinden zwischen staatlicher... weiter

"Diktatur des Bergbaus" in Argentinien: Der Widerstand von Andalgalá

Gemeinden kämpfen ums Überleben gegen eine übermächtige Allianz aus Politik, Justiz, Wirtschaft und Medien
Ein zwei Kilometer langes und fast einen Kilometer tiefes Loch klafft in der Bergkette von Andalgalá in den argentinischen Anden. 1997 wurde dort La Alumbrera in Betrieb genommen, das erste Bergbauprojekt in Lateinamerika, das Gold, Kupfer und Molybdän in dieser Größenordnung abbaut. Es markiert... weiter

Die mexikanische liberale Revolution ringt mit ihren Grenzen

Die Regierungspartei Morena "regiert für das Volk, aber nicht mit dem Volk". Licht und Schatten der Regierungen der Vierten Transformation
Präsidentin Claudia Sheinbaum vertieft den sozialen Liberalismus, der ihr Land seit 1917 geprägt hat, aber die Kluft zwischen der gebildeten Elite und der hispanisch-indigenen Mehrheit bleibt intakt. Zeitgleich mit der Ankunft des neuen US-Botschafters in Mexiko und im Vorfeld des bevorstehenden... weiter

China führt 2 zu 1

Auch als Alternative zu den USA setzen Teile Lateinamerikas vermehrt auf enge Beziehungen zur Volksrepublik
Im Mai fand zum vierten Mal das China-Celac-Forum in Peking statt. In dieser Analyse beleuchtet LN, wie Lateinamerika und China angesichts des verschärften Machtkampfs zwischen Washington und Peking ihre Beziehungen weiter vertiefen. Bereits 2023 überschritt das Handelsvolumen zwischen China und... weiter