Hintergrund & Analyse (Soziale Bewegungen)

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Wirtschaftsliberal oder sozial?

Bei den jüngsten Wahlen hat die sozialreformerische PT die städtischen Wahlbezirke an die wirtschaftsliberale Opposition verloren. In der Kritik steht die Regierung bei den neuen Mittelschichten
In diesem Jahr gingen die Wähler in sieben der 22 Länder Lateinamerikas an die Urnen. Brasilien galt dabei – als sechstgrößte Volkswirtschaft weltweit und Land der Region mit der größten Wahlbevölkerung – als Gradmesser für die Zufriedenheit mit dem linkspolitischen Kurs der letzten Dekade. Bei den... weiter

Die Wut verdrängt die Angst

Nach dem Verschwinden von 43 Studierenden regen sich in Mexiko Massenproteste. Endlich beginnt eine breite öffentliche Debatte um die Verbindung von Staat und Mafia
Am 26. September ereignete sich in der im Südwesten Mexikos gelegenen Stadt Iguala eine Sequenz von Verbrechen (siehe Kurzchronik), welche seither die Öffentlichkeit Mexikos aufwühlen wie kein anderes Ereignis in den vergangenen Jahren. Die Verhaftung und das Verschwindenlassen von 43 Studierenden... weiter

"Google spioniert und gibt die Informationen der US-Regierung"

Ignacio Ramonet sprach mit Wikileaks-Gründer Juliane Assange über sein neues Buch, globale Überwachung, Googles informelle Außenpolitik und die so genannte Zivilgesellschaft
Seit dreißig Monaten lebt Julian Assange nun in London. Assange, Vorreiter im Kampf um Informationsfreiheit, ist in den Räumen der Botschaft von Ecuador untergebracht. Dieses lateinamerikanische Land hatte den Mut, dem Gründer von Wikileaks diplomatisches Asyl zu gewähren, als dieser von der... weiter

"Die Regierung hat Angst"

Ein Gespräch mit dem Oppositionspolitiker Alberto Acosta über Buen Vivir und die politische Zukunft Ecuadors
Alberto Acosta, ecuadorianischer Ökonom und Politiker, gilt als scharfer Kritiker von Wirtschaftssystemen, die auf einer exportorientierten Ausbeutung von Rohstoffen basieren. Bekannt wurde er für die Verbreitung des Begriffs vom "Buen Vivir". Dieses Konzept bezieht sich auf Wertvorstellungen der... weiter

"Dialog mit der Bevölkerung"

Ulisses Manaças von der Landlosenbewegung MST über die Aussichten für die Bewegung nach den brasilianischen Präsidentschaftswahlen
In Brasilien kontrollieren nach wie vor zehn Prozent der Bevölkerung 80 Prozent aller Landtitel. Als im Jahr 2003 – erstmals nach dem Ende der zivil-militärischen Diktatur – eine linke Regierung gewählt wurde, schien der Traum einer Umverteilung auf dem Land zum Greifen nahe. Stattdessen avancierte... weiter

Ära der leisen Staatsstreiche in Lateinamerika

Nach den Diktaturen ist Lateinamerika wieder ein Feld für linke Politik geworden. Inzwischen aber haben die USA gelernt, Regierungen ohne zu viel Blutvergießen zu stürzen
Miami, 23. September 2010. In den edlen Räumen des Bankers Club und unter der Schirmherrschaft des Interamerikanischen Instituts für Freiheit und Demokratie eröffnet der radikale Anti-Castrist Carlos Alberto Montaner die Konferenz "Das Scheitern der Modelle des Sozialismus des 21. Jahrhunderts". In... weiter

Offensive gegen Garífuna in Honduras

Mithilfe von Vertreibungen und juristischen Anfechtungen versuchen Kapital und Regierung in Honduras die Garífuna um ihr Land zu bringen
Am 30. September wurden die etwa 400 Einwohner von Barra Vieja, einem Ort an der Nordküste von Honduras in der Nähe der Stadt Tela gezwungen, ihre Häuser aufzugeben. Polizei und Militärangehörige setzten die Räumung der Garífuna-Gemeinde gemeinsam durch. Die ihres Besitzes durch extra dafür... weiter

Ein umkämpftes Haus

Indigene Frauen verteidigen ihr Wohnprojekt im Zentrum von Mexiko-Stadt gegen Kapitalinteressen
Während die Verdrängung der unteren Klassen im Historischen Zentrum in Mexikos Hauptstadt voranschreitet, lässt sich ein Wohnprojekt indigener Frauen und Familien nicht vertreiben. Trotz Drohungen und Gewalt konnten sie ihr Haus in der besten Lage verteidigen. Buntes Campleben herrscht vor dem Haus... weiter

Ringen um die letzte Stimme in Brasilien

Dilma Rousseff gegen Aécio Neves. Die politische Landkarte im größten Land Lateinamerikas hat sich schon jetzt verändert
Niemand kann das Ergebnis der zweiten Wahlrunde in Brasilien an diesem Sonntag verlässlich vorhersagen. Der Kampf um die Präsidentschaft wird bis zur letzten Minute ausgetragen. Es wird noch um die letzte Stimme gerungen. Bislang sind nur die Ergebnisse der ersten Runde klar: Die amtierende... weiter

Privatisierte Gewalt

In Mexiko stellen Bürgerwehren das Gewaltmonopol in Frage. Ein Überblick über die Entwicklung der öffentlichen Sicherheit um Umfeld des Massakers von Iguala
Ende des Jahres 2012 kehrte die langjährige Staatspartei Partei der institutionellen Revolution (PRI) in Mexiko an die Regierung zurück. Dies machte den Weg frei für die Privatisierung der Ölgesellschaft PEMEX sowie des staatlichen Stromversorgers CFE. Zuletzt diente die Begeisterung für die... weiter

Kampf um Brasilien

Wie Medien und das Finanzkapital versuchen, die Dominanz der Arbeiterpartei zu brechen – und warum sie scheitern werden
Der folgende Text von Marco Consolo erschien vor den Wahlen in Brasilien und geht daher noch nicht auf das Ergebnis der Abstimmung vom 5. Oktober 2014 ein. Wir haben uns wegen der zahlreichen Hintergrundinformationen zu den Akteuren dennoch dazu entschieden, den Beitrag zu veröffentlichen. Im... weiter

Rückenwind für indigenen Widerstand

In Chiapas ersteht Subcommandante Marcos als Galeano auf. Die EZLN informiert über die aktuelle politische Lage. Ein Bericht über das Treffen der Zapatistas mit dem Nationalen Indigenen Kongress
Dieser Text erscheint in der aktuellen Ausgabe 483/84 der Lateinamerikanachrichten. Im zapatistischen Caracol La Realidad fand Anfang August das erste Zusammentreffen zwischen dem Nationalen Indigenen Kongress (CNI) und den Basisgemeinden der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (EZLN)... weiter

"Selbstverständlich wird permanent Repression ausgeübt"

Interview mit René Nariño, Sprecher der Gefangenen im Gefängnis La Picota bei Bogotá
Das Gefängnis La Picota im Südosten der Hauptstadt Bogotá gehört mit etwa 4.000 Gefangenen zu den größten Haftanstalten in Kolumbien. Am 28. April 2014 trat ein Teil der Häftlinge, vor allem die politischen Gefangenen und die Kriegsgefangenen, in den Hungerstreik. Sie solidarisierten sich mit den... weiter

Das produzierte Territorium

Im nördlichen Chaco-Gebiet in Paraguay, an der Grenze zu Bolivien, ist die legitime Nutzung von Raum umstritten
Dieser Text ist ein Vorabdruck aus dem Schwerpunkt "Grenzen" der Lateinamerikanachrichten 481/482. Indigene Gruppen kämpfen um den Erhalt der Trockenbuschwälder im Chaco, die durch die Rodung von Viehzuchtunternehmen bedroht sind. In dem Konflikt geht es essentiell darum, welche räumliche Praxis... weiter

Wie weiter in dieser Phase der Revolution?

Temir Porras über das Führungsproblem in Venezuela und die aktuell notwendigen wirtschaftlichen und politischen Strategien der bolivarischen Bewegung
Temir Porras ist "Beauftragter für strategische Fragen" des venezolanischen Präsidenten. Er arbeitete vorher unter anderem als stellvertretender Minister unter Nicolás Maduro im Außenministerium, wo er für die Beziehungen Venezuelas zu Europa zuständig war. Während des Putschversuchs der Opposition... weiter