Hintergrund & Analyse

Honduras am Rande des Bürgerkrieges

Putschregime setzt weiter auf eine Eskalation der Gewalt. UNO, EU und Rio-Gruppe erhöhen Druck auf Machthaber
Die Lage in Honduras gleicht drei Monate nach dem Militärputsch gegen den gewählten Präsidenten des Landes, Manuel Zelaya, in zunehmendem Maße einem Bürgerkrieg. Das Regime unter Führung des ehemaligen Parlamentspräsidenten Roberto Micheletti, das von der Armeespitze gestützt wird, hat mit massiver... weiter

Honduras am Scheideweg

Während sich die USA und Brasilien in der UNO um eine Lösung der Krise bemühen, kommen aus dem mittelamerikanischen Land Berichte über erste Tote
Mit dieser Entwicklung hatte selbst die Demokratiebewegung in Honduras nicht gerechnet. Die Anführer der Nationalen Front gegen den Staatsstreich (1), dem zentralen Protestbündnis gegen das Putschistenregime, hatten in Tegucigalpa am Montagmittag gerade eine Pressekonferenz begonnen, als sie die... weiter

"Zelaya ist zur Integrationsfigur geworden"

Vizepräsident Arístides Mejía: Das Putschregime in Honduras verliert durch die internationale Isolation weiter an Rückhalt
Arístides Mejía ist Vizepräsident in der Regierung des Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, gegen die Ende Juni ein Staatsstreich verübt wurde. Er war auf Einladung der Linksfraktion im Bundestag in Berlin zu Gast. Herr Vizepräsident, der Putsch gegen Ihre Regierung liegt gut zehn... weiter

Venezuela steht heißer Herbst bevor

Gegner von Präsident Hugo Chávez scheinen auf Gewalt und Destabilisierung zu setzen
Angesichts ihres Unvermögens, Präsident Hugo Chávez in Wahlen zu besiegen, organisiert Venezuelas Opposition immer häufiger Straßenproteste. Den Absichtserklärungen der Regierungsgegner zufolge sollen die Demonstrationen friedlich verlaufen. Dennoch scheint dem südamerikanischen Land ein heißer... weiter

Gegenangriff von Rechts

Im ersten Halbjahr 2009 scheint die politische Rechte Lateinamerikas wieder erwacht zu sein
Viele Jahre herrschte Stille um die Konservativen und Neoliberalen des Kontinents. Erfolgsmeldungen kamen ausschließlich aus dem Mitte-Links-Lager. Im April wurde Ecuadors Präsident Rafael Correa im Amt bestätigt, einen Monat zuvor gewann die FMLN die Wahlen in El Salvador. Alleine in Mittelamerika... weiter

Streit um sieben US-Militärstützpunkte

Die USA wollen die Präsenz ihrer Armee in Kolumbien massiv ausbauen. Doch in Südamerika regt sich Widerstand gegen die Militarisierung
Es sollte eine "neue Ära" in den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Lateinamerika eingeläutet werden, versprach US-Präsident Barack Obama noch im April auf dem Amerika-Gipfel in Trinidad und Tobago (Freundschaftsoffensive in Amerika (1)). Wenige Monate später ist von dieser... weiter

Hugo Chávez und die privaten Medien

Hintergründe zum Streit zwischen der venezolanischen Regierung und den Medienkonzernen
Am 2. August 2009 brachte die Organisation Reporter ohne Grenzen (Reporters Sans Frontières, RSF) eine Erklärung heraus, die die Schließung von "34 Rundfunkmedien, veranlasst durch die Regierung" in Venezuela verurteilte. Die Organisation mit Sitz in Paris (...) fragt: "Ist es überhaupt noch... weiter

Aufruhr gegen den Putsch

Nach dem Staatsstreich hat sich in Honduras Land eine breite Widerstandsbewegung formiert. Diese will längst nicht nur den gewählten Präsidenten zurück
Jeden Morgen um acht Uhr versammeln sich in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa Tausende vor der Pädagogischen Universität. Die rund zwanzig Personen der sogenannten Koordinationsgruppe informieren die Leute über die neusten Entwicklungen. Um zehn Uhr wird losmarschiert. Der Widerstand gegen... weiter

Die Rückkehr des Militärputsches

Harald Neuber über die aktuelle Situation in Honduras
Am 28. Juni putschte in Honduras das Militär gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Manuel Zelaya; er wurde gewaltsam außer Landes gebracht. Als Vorwand galt Zelayas Plan, die Bevölkerung zeitgleich zu den Wahlen im November in einem rechtlich nicht bindenden Referendum über die Einberufung... weiter

Honduras

Ignacio Ramonet zu den Hintergründen des Staatsstreiches
Die Nachricht vom Staatsstreich in Honduras wurde von konservativen Kreisen und ihren gewohnten Propagandisten (2) weltweit mit immenser Freude (2) aufgenommen. Auch wenn sie den Putsch rhetorisch verurteilten, stützten und rechtfertigten sie die Argumente der Putschisten. Sie wiederholten etwa... weiter

"Die Situation in Honduras ist sehr ernst"

Bericht von der 5. Internationalen Delegation zur Beobachtung der Menschenrechte in Honduras (9.-15. August 2009)
Wir stellen diesen Bericht als Teilnehmer der 5. Internationalen Beobachtermission seit dem Staatsstreich vom 28. Juni in Honduras vor. Vom 9. bis 15. August haben sich Mitglieder aus den USA, Kanada, Guatemala und Frankreich hier in Honduras aus erster Hand über die Menschenrechtssituation... weiter

"In Honduras hat ein Putsch stattgefunden"

Nach dem Staatsstreich gegen Präsident Zelaya sehen sich die Verantwortlichen im Recht. Zu Unrecht, wie Staatsanwalt Dixon Herrera meint
Herr Staatsanwalt, vor eineinhalb Monaten wurde der Präsident Ihres Landes, Manuel Zelaya, gestürzt. Während die internationale Gemeinschaft den Putsch einhellig verurteilt, sprechen die derzeitigen Machthaber von einer "verfassungsgemäßen Ablösung". Können Sie für Klarheit sorgen? Mir ist durchaus... weiter

Honduras-Putsch vereitelte neuen Sozialpakt

Xiomara Castro de Zelaya über Hintergründe des Staatsstreichs
Xiomara Castro de Zelaya ist die Ehefrau des gewählten Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya. "Mel" Zelaya wurde am 28. Juni von einem Kommando des Militärs außer Landes gebracht und weilt derzeit im Exil in Nicaragua. Von dort kämpft er für seine Rückkehr. Im Interview äußert sich seine Frau zu... weiter

Repression in Honduras ist deutlich spürbar

Beobachter bestätigen Einschränkung der Menschenrechte nach Militärputsch
Martin Wolpold-Bosien ist Mittelamerikareferent bei der deutschen Vertretung der Menschenrechtsorganisation FIAN. Gemeinsam mit anderen internationalen Menschenrechtsorganisationen und Netzwerken nimmt FIAN derzeit in Honduras an einer Dringlichkeitsmission teil, um die Unterdrückung sozialer... weiter

"Gefährliches Signal für die Region"

Interview mit Dieter Müller, medico-Projektkoordinator für Zentralamerika, über den Putsch in Honduras, seine Auswirkungen auf Mittelamerika, die Angst der Oligarchien vor Venezuela und die Möglichkei
Dieter Müller leitet seit Januar 2008 das medico-Regionalbüro Mittelamerika. Von Managua aus koordiniert er die Projekte in Nicaragua, El Salvador, Guatemala und Mexiko. In den europäischen Medien wird Zelaya als linker Präsident dargestellt, der von einer rechten Oligarchie weggeputscht... weiter