Hintergrund & Analyse

Fortsetzung der Gewalt in Kolumbien

Gewalt eskaliert unter Präsident Duque. Friedensabkommen der Vorgängerregierung sollte das Land für Großgeschäfte optimieren und lässt Gewaltursachen unangetastet
Der Euphorie, mit der die Öffentlichkeit die historische Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos und der Farc-Guerilla Ende 2016 nach vierjährigen Verhandlungen feierte, ist bereits vergangen. Nicht nur weil die Gewalt nicht verschwunden ist,... weiter

Brasilien: Die Fehler der Linken, die Bolsonaro nach oben gebracht haben

Die Selbstdarstellung der PT als Opfer, die Spaltung der Linken, mangelnde Selbstkritik und das Setzen auf Polarisierung halfen der Ultrarechten
Es gab eine ganze Welle von Fake News zu Gunsten von Bolsonaro. Ein Netzwerk von Geschäftsleuten finanzierte eine mutmaßlich illegale Kampagne, genannt WhatsApp Gate. Der Selbstjustiz-Richter Sérgio Moro zerstörte die Kandidatur des unschlagbaren Lula. Die Kommunikationsmedien bereiteten das... weiter

Die USA sind verantwortlich für die illegale Einwanderung von Lateinamerikanern

Hintergründe zur aktuellen Migrantenkarawane, zur Situation undokumentierter Zuwanderer und den Profiteuren in den USA
Eine Nachricht geht um die Welt: die Migrantenkarawane wächst und rückt auf die USA vor ‒ und sie nimmt auf ihrem Weg neue Gruppen von Menschen auf. Sie sind wegen der in ihren Herkunftsländern bestehenden, vom Neoliberalismus verursachten sozialen und wirtschaftlichen Situation verzweifelt. Das... weiter

Kolumbien: "Wir verhandeln aus Überzeugung, weil es das ist, was die Menschen wollen"

Resumen Latinoamericano im Gespräch mit dem Kommandanten Pablo Beltrán, Leiter der Friedensdelegation der ELN-Guerilla
Kürzlich hatten wir in Havanna die Gelegenheit ein Interview mit dem Kommandanten Pablo Beltrán zu führen, der die Friedensdelegation der ELN (Nationale Befreiungsarmee) leitet. Er beendete damals einen Verhandlungszyklus mit dem scheidenden Präsidenten Juan Manuel Santos.ELN und Regierung Santos... weiter

Brasilien: Der Chicago Boy und sein Präsident

Die Pläne von Bolsonaros künftigem Superminister Paulo Guedes erinnern an die Wirtschaftspolitik der Diktatur in Chile
Deutsche Wirtschaftskreise geben sich mit Blick auf den künftigen brasilianischen Präsidenten Jair Messias Bolsonaro hoffnungsfroh und verweisen dazu auf das Wirtschaftsprogramm seines Superministers in spe, Paulo Guedes. Guedes wirkte zur Zeit des Militärregimes von Augusto Pinochet als Dozent an... weiter

Kubas Dialog mit seinen Emigranten

Seit 1978 haben sich die Beziehungen zwischen der sozialistischen Regierung und den kubanischen Auswanderern grundlegend verändert
Hunderttausende im Ausland lebende Bürger aus Kuba nehmen heute an der Debatte über das Verfassungsprojekt teil, das die sozialistische, demokratische und nachhaltige Zukunft bestimmen wird, die im Bestreben der weit überwiegenden Mehrheit der Kubaner liegt. Dies ist zweifelsohne ein Erfolg für die... weiter

Ultrarechter Bolsonaro – Zögling des Militärs in Brasilien

Seit 2014 bauen brasilianische Militärs den rechten Präsidentschaftskandidaten auf. Datensätze des jüngsten WhatsApp-Skandal stammen aus Quellen der Armee.
Laut Informationen aus brasilianischen Militärkreisen arbeiten ranghohe Militärs seit Jahren an einem Plan, ihren Einfluss auf die Regierung zu sichern. Der Sieg eines rechts-nationalistischen Kandidaten ist Teil davon und der Präsidentschaftsanwärter Jair Bolsonaro dabei ihr Vehikel. Die im... weiter

Brasilien: Zum Verständnis der Wahlen 2018

Wer auch immer gewinnt, wird die Probleme des Neoliberalismus mit noch mehr Neoliberalismus bekämpfen
Um was wird in dieser Wahl gekämpft? Wer ist der Kandidat des Kapitals? Welches die Strategie der Bourgeoise? Und die Antwort der Linken? Im Folgenden werde ich mich mit diesen Fragen auseinandersetzen. 1. Für die brasilianische Bourgeoisie steht die Ökonomie in diesen Wahlen nicht zur Debatte: Wer... weiter

Chile: Keine Wahrheit, keine Gerechtigkeit

Rückschlag für die Erinnerungskultur unter der Regierung von Präsident Sebastian Piñera
Es war eine sehr kurze Amtszeit für Mauricio Rojas. Als Präsident Sebastián Piñera ihn am 10. August zum Kulturminister ernannte, konnte er wohl kaum ahnen, dass er bereits 94 Stunden später seinen Rücktritt ankündigen würde. Die Ernennung hatte landesweit für Empörung gesorgt, da Rojas in den... weiter

Der 17. Oktober 1945 in Argentinien: Die Geburt des Peronismus

Trotz der inneren Zerrissenheit des Peronismus werden auch dieses Jahr wieder zahlreiche Menschen an die Geburtsstunde dieses Phänomens erinnern.
Der 17. Oktober 1945 veränderte die argentinische Geschichte nachhaltig. Nach diesem Tag war eine bestimmte politische Kraft nicht mehr aus der Politik des Landes wegzudenken: der Peronismus, benannt nach dem damaligen Oberst und späterem General Juan Domingo Perón. Auch heute noch sind Perón und... weiter

Brasilien: Wie wurde das Bolsonaro-Monster geschaffen?

Ein ultrarechter Barbar hat es geschafft, eine enorme soziale Basis zu erobern. Wie kam es zu diesem Phänomen namens Jair Messias Bolsonaro?
Etwas hat sich am Sonntag in der lateinamerikanischen Politik verändert. Das Bild macht Angst: fast 50 Millionen Brasilianerinnen und Brasilianer haben für ein offen faschistisches Projekt gestimmt. 46 Prozent der Wählerschaft des größten Landes der Region (und des fünftgrößten der Welt) haben... weiter

Argentinien am Rande des Abgrunds

Macri verschießt sein letztes Pulver, während die Wirtschaft abstürzt. Die Volksbewegungen haben das Wort. Mehr denn je heißt es: Sie oder Wir
Das Unvermögen der Regierung angesichts der Währungskrise beschleunigt ein tragisches Ende der Misere. Macri versuchte zunächst, der Abwertung des Pesos entgegenzuwirken, indem er zusätzliche, nicht vorhandene Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ankündigte und damit den Dollarkurs auf... weiter

Brasilien: Eine entscheidende Wahl

Emir Sader (Brasilien) und Juan Manuel Karg (Argentinien) zu den heute stattfindenden Präsidentschaftswahlen in Brasilien
Von der Stärke Lulas zur Stärke von Haddad Emir Sader Seitdem Lula da Silva und die Arbeiterpartei (PT) festgelegt haben, Fernando Haddad zum Präsidentschaftskandidaten für Brasilien zu machen, um nicht neuen Sanktionen seitens des Obersten Wahlgerichtshofes zu unterliegen, richtet sich die ganze... weiter

Die schwierige Darstellung der Ereignisse in Nicaragua

Viele Berichte über die Situation in Nicaragua erfassen die Komplexität der Krise nicht
Aktuelle Nachrichten über die Krise in Nicaragua haben die Tendenz, eine komplexe Realität vereinfacht darzustellen. Die übliche Berichterstattung gibt die Schuld am Konflikt Nicaraguas Präsident Daniel Ortega und präsentiert einen politisch eingeengten und historisch oberflächlichen Hintergrund.... weiter

Im Zeugenstand gegen die Folterer

Sergio Ferrari lebt in Bern und war politischer Gefangener der argentinischen Militärdiktatur. Nun hat er in einem Prozess gegen seine ehemaligen Folterer ausgesagt
Wie würde es sein, wenn er am Prozess Adolfo Kushidonchi wiederbegegnet? Mit einer Mischung aus Mitleid und Hass hat Sergio Ferrari an jenen Moment gedacht, in dem er seinem Peiniger gegenübertreten würde. Dieser Moment blieb dem in Bern lebenden Argentinier aber erspart: Kushidonchi, der einstige... weiter