Hintergrund & Analyse

Uruguay verlässt die Tisa-Verhandlungen

Kurz vor dem Schlusstermin für die Einreichung nationaler Liberalisierungsvorschläge beschloss Uruguays Regierung den Ausstieg aus den Tisa-Geheimverhandlungen
Auch wenn mit Uruguay der erste TisaTrade in Services Agreement, Abkommen zum Handel mit Dienstleistungen -Teilnehmer die laufenden Verhandlungen tatsächlich verlässt, so war es Singapur, das in einer früheren Phase 2012, als die multilateralen Gespräche von den "Really Good Friends of Services“(... weiter

Mit Patentrecht gegen Krebspatienten

Pharmakonzern Novartis verdrängt billiges Medikament gegen Krebs vom Markt in Kolumbien. Aktivisten im Gesundheitsbereich fordern Zwangslizenz
Krebsmedikamente sind sehr teuer und machen in vielen Ländern eine Behandlung der Patienten schwierig bis unmöglich. Ein Beispiel dafür ist der Wirkstoff Imatinib, den der Schweizer Pharma- und Biotechnologiekonzern Novartis unter dem Markennamen Glivec patentiert hat. In Kolumbien hat Novartis... weiter

Lehren aus den Wahlen von Guatemala

In Honduras und Guatemala gehen seit Monaten Tausende Menschen auf die Straße, protestieren gegen Korruption und fordern strukturelle politische Reformen
Seit sechs Monaten sind in Guatemala und Honduras bis dahin unvorstellbare soziale Bewegungen zu beobachten. Das Hauptmotiv der Mobilisierungen ist der Überdruss angesichts der Korruption. Die Auswirkungen in beiden Ländern sind jedoch unterschiedlich; in Guatemala mussten Präsident Otto Pérez... weiter

Grenze

Weder in unserer Gesetzgebung noch in der venezolanischen Mentalität haben Massenabschiebung oder Diskriminierung Platz
Nach Ludwig von Bertalanffy ist die erste Voraussetzung für die Existenz eines Systems die Festlegung darüber, was Teil und was nicht Teil davon ist. Dies gilt sowohl für mathematische Einheiten als auch für biologische Organismen sowie für Länder. Jede Grenze ist durchlässig, aber ein Organismus... weiter

Kuba, Kommunismus und die Kirche

Ein kurzer Abriss über das Verhältnis zwischen dem sozialistischen Staat und Religionen seit der Revolution 1959
Der dritte Besuch eines Papstes in Kuba binnen relativ weniger Jahre wirft ein Schlaglicht auf die Rolle des Vatikans in dem sozialistischen Karibikstaat und auf das Verhältnis zwischen dem kubanischen Sozialismus und der Religion im Allgemeinen. Hervorzuheben ist: Das Verhältnis zwischen Staat und... weiter

Lobbyismus auf vier Rädern in Chile

Transportunternehmen fordern höhere Polizeipräsenz in der Region Araucanía, die sie vor Landbesetzungen und Brandanschlägen schützen soll. Die Mapuche fürchten eine weitere Militarisierung der Region
Der Mapuche-Konflikt hat die Hauptstadt erreicht. Ende August startete eine Karawane aus 14 Lastwagen von Temuco im Süden in Richtung Santiago. Vor dem Regierungspalast La Moneda wollten die Transportunternehmen gegen den "Terrorismus" in der Region Araucanía protestieren. Im Gepäck der LKW:... weiter

Der Nicaragua-Kanal – Ein sozialistisches Projekt für wirtschaftlichen Wandel

Das Kollektiv Tortilla con Sal aus Nicaragua antwortet auf Kritiken aus Nordamerika und Europa am Bau des Interozeanischen Kanals
Das Hauptargument für Nicaraguas Interozeanischen Kanal ist, dass er die Wirtschaftsstruktur Nicaraguas in einer Weise ändert, dass die Armut dramatisch reduziert wird und so eine Umkehr des derzeitigen destruktiven landesweiten und regionalen Trends zur Umweltausbeutung aus Gründen der Verarmung... weiter

"Unser Projekt unter neuen Bedingungen verteidigen"

Iroel Sánchez über Chancen und Gefahren der Annäherung zwischen Kuba und den USA
Iroel Sánchez ist ein kubanischer Ingenieur und Journalist. Er war Präsident des Kubanischen Buchinstituts. Derzeit arbeitet er in Havanna im Kommunikationsministerium und betreibt den Internetblog "La pupila insomne". Herr Sánchez, was erleben wir derzeit in den Beziehungen zwischen Kuba und... weiter

Öl und Rinder

Die Beziehungen zwischen Argentinien und der Sowjetunion und der Kampf um das argentinische Erdöl während der Etapa Radical (1916-1930)
Bereits vor einem Jahrhundert versuchten verschiedene argentinische Regierungen, ihr Land aus der von Großbritannien und den USA dominierten Weltwirtschaftsordnung etwas herauszulösen und die Souveränität über bedeutende Rohstoffe zu erlangen. Eine wichtige Rolle bei dieser Entwicklung spielte... weiter

Über die geheimen Vorgespräche zwischen USA und Kuba

Der Ankündigung der Präsidenten Kubas und der USA über einen Annäherungsprozess gingen 18 Monate dauernde, streng geheim gehaltene Gespräche voraus
Es war eine große Überraschung, als US-Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro am 17. Dezember 2014 in ihren jeweiligen nationalen Fernsehansprachen einen Annäherungsprozess und den Start von offiziellen hochrangigen Verhandlungen ankündigten. Nach 55 Jahren "Eiszeit" zwischen... weiter

"Venezuela steht nicht am Rande des Zusammenbruchs"

Gespräch mit dem Historiker und Politikwissenschaftler Steve Ellner über die venezolanische Krise und die bevorstehenden Parlamentswahlen
In den internationalen Medien, aber auch hier in Venezuela selbst, ist sehr viel von der aktuellen Krise, von den Versorgungsengpässen und den Warteschlangen die Rede und man zeichnet das Bild eine Landes, das am Rande des Zusammenbruchs steht. Wie ernst ist die Situation? Ich... weiter

"Es gibt eine Führungskrise in Venezuela"

Gespräch mit dem venezolanischen Politikwissenschaftler Nicmer Evans über die Krise des Landes und die bevorstehenden Parlamentswahlen
Enorme Preissteigerungen und Versorgungsengpässe bei Gütern des täglichen Bedarfs sind in Venezuela in den vergangenen zwei Jahren zur Normalität geworden. Während die Regierung von Präsident Nicolás Maduro sich als Opfer eines Wirtschaftskriegs der Unternehmer sieht, kritisieren Oppositionelle die... weiter

"Den Bürgern mehr Macht geben"

Der Vorsitzende der Marktaufsichtsbehörde Ecuadors, Pedro Páez, berichtet über die Arbeit dieser Institution, deren Ziele, Prioritäten und Perspektiven
Welchen Sinn macht ein Marktkontrollgesetz in diesem Land und wie kann die Aufsichtsbehörde überprüfen, ob ein solches Gesetz eingehalten wird? Pedro Páez: In Wirklichkeit gehört dieses Gesetz zu einer Tradition an Wirtschaftsbehörden, von denen es 132 Behörden weltweit gibt. Hier in Ecuador hat... weiter

Aussichtslose Situation für Journalisten in Mexiko

Für kritische Journalisten bedeuten Politiker häufig die größte Gefahr. Trotz guter Schutzrechte für Reporter existieren Meinungs- und Informationsfreiheit schon lange nicht mehr
In Mexiko sind kritische Journalisten und Menschrechtsaktivisten unbequeme Personen, insbesondere wenn sie ein System angreifen, das auf Gewalt und Korruption aufbaut. Je etablierter die Strukturen, desto unbequemer die Journalisten und Aktivisten. Ruben Espinosa Becerril (31), lokaler... weiter

Kohle, Killer und Korruption

Kritische Rezension eines Briefes des Schweizer Bergbaukonzerns Glencore zu seinem Engagement in Kolumbien
Das Agieren der fünf multinationalen Bergbaukonzerne, in deren Händen sich der Steinkohleabbau in Kolumbien befindet, ist äußerst umstritten. Massenvertreibungen, Vorteilsnahme aus paramilitärischer Gewalt, die massive Ausbreitung von Atemwegserkrankungen, äußerst konfliktreiche Beziehungen zu... weiter